Armaturenprüfstände und deren Bautypen

Armaturenprüfstände werden aufgrund der sehr vielfältigen, kundenspezifischen
Anforderungen, bezüglich Einsatzzweck, Prüfdruck, Baugröße, Prüfverfahren in
Kleinserien oder als Einzelanfertigung gebaut. Dabei geht der Trend in letzter Zeit immer
mehr zum teil- oder vollautomatisierten Prüfstand mit automatischer Auswertung und
kompletter Dokumentation des Prüfergebnisses.

Unter Berücksichtung der vorhergehenden Punkte und weiteren Kundenspezifikationen ergeben sich die verschiedenen Prüfstandstypen. Exemplarisch sind hier einige Beispiele dargestellt, wobei immer wieder neue Sonderbauformen realisiert werden.

Die Prüfstände lassen sich grob in Typen klassifizieren:

  • Vertikal Säulenprüfstände
  • Horizontal Säulenprüfstände
  • Tauchprüfstände
  • Vertikal- Klauenprüfstände
  • Horizontal- Klammernprüfstände
  • Schwenkprüfstände vertikal / horizontal
  • Sonderprüfstände
Nachfolgende Faktoren bestimmen den Gesamtaufbau eines Prüfstandes.

Arten des Prüfmediums:
Gasförmig
Luft, Stickstoff, Helium etc

Flüssig Wasser, Öl, Emulsion
Kombiniert Wasser und Luft

Prüfungsarten:
Festigkeit des Druck tragenden Gehäuses
Dichtheit des Druck tragenden Gehäuses
Prüfung der Sitzdichtheit
Durchflussmessung
Funktionsprüfungen z. B. Betätigung mit Drehmomentkontrolle

Prüfverfahren:
Visuell Prüfling unter Wasser tauchen, oder Luftprüfung mit Leckanzeigeflüssigkeit
Druckabfallmessung Manometeranzeige oder elektronischer Druckaufnehmer
Differenzdruckmessung Elektronisches Differenzdruckmessgerät
Volumenstrommessung etc. Elektronisches Volumenstrommessgerät
Durchflussmessung Mechanisches oder elektronisches Durchflussmengenmessgerät, auch mit Temperaturkompensation
Blasenmessung Blasenschauglas, auch mit elektronischem Blasenzähler, Messung nach EN 12266-1, DIN 3230, API etc.

Art der Prüfteile:
Art Absperr-, Regel-, Sicherheitsventile etc.
Aufbau 2-, 3- oder Mehrwegeventile
Anschlüsse Flansch, Muffe, Schweißende
Material Stahl, Guss, Kunststoff, Sonderwerkstoffe

Einsatzzweck:
Einzelprüfung Manuelle Bedienung
Serienprüfung Teil- oder vollautomatisierter Prüfablauf
Großserienprüfung Automatischer Prüfablauf mit Auswertung, auch mit automatischer Bestückung


Messdatenerfassung und Protokollierung:
Messdatenerfassung Erfassen der Messdaten und Auswertung der Prüfparameter im manuell betätigten oder automatischem Prüfablauf
Dokumentation Verarbeitung der Messdaten in Tabellen, Prüfberichten und Visualisierung von Prüfprozessen
Art der Abdichtung:
Flanscharmatur Weichdichtende Dichtplatten, stirnseitige O-Ring Dichtplatten, ggf. innen abdichtend
Schweißende Dichtelemente Weichdichtende Dichtplatten, universell verstellbare Dichtelemente mit O- Ring
Kpl. bearbeitete Flächen Mit O-Ring an bearbeiteter Fläche

Übertragung der Haltekräfte:
Pressenprinzip Aufbringung der Haltekraft durch einen Zylinder. Die Belastung wird auf den Prüfkörper übertragen. Durch Spannen mittels Proportionalhydraulik erfolgt die Reduzierung der Vorspannkraft auf den Prüfling. Auch der Einsatz von Differenzdruck- Dichtplatten ist möglich
Spindelprinzip Bei Abdichtung im Innen- oder Außendurchmesser sowie Einsatz von Differenzdruck- Dichtplatten ensteht geringe Belastung auf den Prüfling. Der Prüfling kann schwimmend gehalten werden, Kräfte werden von der Spindel aufgenommen
Klammernprinzip Mit 2-, 3- oder mehr Klammern wird gegen den Flansch gespannt. Die Belastung erfolgt wie im Einbaufall

 

 

Pruefstandstypen